Internationale Zusammenarbeit

Der Erfahrungsaustausch mit internationalen Partnerorganisationen besitzt für die ESK einen hohen Stellenwert und ist Voraussetzung für eine umfassende Beratung des BMU. Die ESK trifft sich regelmäßig mit der französischen Groupe permanent d’experts pour les installations destinée au stockage a long terme des déchets radioactifs (GPD) und der schweizerischen Eidgenössischen Kommission für Nukleare Sicherheit (KNS). Im Oktober 2018 fand erstmals ein Treffen mit dem schwedischen Kärnarfallsrådet/The Swedish National Council for Nuclear Waste (SNC) statt. Bei diesen Treffen werden u. a. die unterschiedlichen nationalen Sicherheitskonzepte diskutiert, Informationen über die jeweilige Entsorgungssituation ausgetauscht und zum Status von Endlagerprojekten und relevanten Forschungsschwerpunkten sowie zu besonderen Ereignissen berichtet. Ein ESK-Mitglied und ein ESK-Ausschussmitglied gehören dem schweizerischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) an, ein weiteres ESK-Ausschussmitglied gehört der Swedish Radiation Safety Authority an; auch hierdurch ist ein intensiver Informationsaustausch entstanden.

Einzelne ESK-Mitglieder nehmen darüber hinaus an von der OECD/NEA initiierten Beratungen der „Chairs of National Advisory Bodies to Government“ (ABG) teil, vertreten sind dabei Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Schweden, Schweiz und die USA. Im Rahmen des europäischen Stresstests von kerntechnischen Anlagen beteiligt sich die ESK weiterhin an Treffen der European Nuclear Safety Regulators Group (ENSREG).

Seit Gründung der ESK im Jahr 2008 fanden folgende Treffen statt:

Mai 2009 (GPD): in Bure / Frankreich, Besichtigung des Untertagelabors in Bure sowie der beiden oberflächennahen Endlager in Soulaines und Morvilliers,

Mai 2009 (KNS): in Braunschweig / Deutschland, Befahrung des Endlagers Schacht Konrad,

Mai 2010 (GPD): in Karlsruhe / Deutschland, Besichtigung der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe Rückbau und Entsorgungs-GmbH (WAK), der Verglasungseinrichtung Karlsruhe (VEK) und der Hauptabteilung Dekontaminationsbetriebe (HDB),

September 2012 (GPD): in Cherbourg / Frankreich, mit Besichtigung des Endlagers für sehr schwach radioaktive Abfälle Centre de stockage de la Manche (CSM) und Einrichtungen der Wiederaufarbeitungsanlage der Fa. Areva in La Hague,

April 2013 (KNS): in Delémont / Schweiz, Besichtigung des Felslabors Mont Terri (auch die französische Commission Nationale d’Evaluation (CNE2), nahm an diesem Treffen teil),

September 2013 (GPD): Greifswald / Deutschland, Besichtigung des Kernkraftwerks Greifswald (Schwerpunkt: Rückbau, Dekontamination, Freigabe),

September 2014 (GPD): Cadarache / Frankreich, mit Besichtigung des in Bau befindlichen ITER (internationales Projekt zum Bau eines Fusionsreaktors) und von Entsorgungseinrichtungen der CEA im Forschungszentrum Cadarache,

September 2015 (GPD): in Wolfenbüttel / Deutschland, Befahrung der Schachtanlage Asse II,

Dezember 2015 (KNS): in Darmstadt / Deutschland,

September 2016 (GPD): in Lyon / Frankreich, mit Besichtigung des Kernkraftwerks Bugey I (in Stilllegung),

September 2017 (GPD): in Hildesheim / Deutschland, mit Befahrung des Endlagers Schacht Konrad,

Oktober 2018 (SNC): in Berlin / Deutschland,

September 2019 (GPD): in Bure / Frankreich, mit  Besichtigung des Untertagelabors in Bure