Internationale Zusammenarbeit

Der Erfahrungsaustausch mit internationalen Partnergremien hat für die ESK einen hohen Stellenwert. Das Wissen über die Entsorgungssituation in anderen Staaten sowie der Erfahrungs- und Informationsaustausch über den persönlichen Kontakt bereichern die eigenen Arbeiten und Beratungen. Die gemeinsame Diskussion von Fachfragen, der Austausch über unterschiedliche Ansätze bei Sicherheitskonzepten und die Information über den Stand der Endlagerprojekte in den einzelnen Staaten bilden eine wesentliche Voraussetzung, die sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle effektiv fortzuentwickeln.

Der hohe Stellenwert der internationalen Zusammenarbeit spiegelt sich auch in der Besetzung der ESK wider; von den derzeit elf Mitgliedern der ESK kommen zwei aus dem Ausland: Ein Mitglied der französischen Groupe permanent d’experts pour les installations destinée au stockage a long terme des déchets radioactifs (GPD) – einem Beratungsgremium zu Entsorgungsfragen, das die französische Autorité de Sûreté Nucléaire (ASN, Nukleare Sicherheitsbehörde) berät – ist Mitglied der ESK. Ebenso ist ein Mitglied in die ESK berufen worden, das im Hauptamt beim schweizerischen Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) arbeitet.

Die internationale Zusammenarbeit soll weiterhin durch regelmäßige Treffen mit internationalen Partnergremien ausgebaut werden. Die ESK setzt die langjährige Tradition von regelmäßigen Treffen des ehemaligen RSK-Ausschusses „Ver- und Entsorgung“ mit der GPD fort. Eine erste gemeinsame Sitzung mit der GPD zu ausgewählten Themen fand im Mai 2009 in Bure/Frankreich statt. Im Rahmen des Treffens besichtigten die Kommissionen das französische Untertagelabor in Bure (ca. 35 km östlich von Joinville/Marne) sowie beiden oberflächennahen Endlager in Soulaines und Morvilliers (ca. 40 km westlich von Joinville). In einem gemeinsamen Fachgespräch informierten sich die Kommissionen gegenseitig über den Stand der Entsorgung in Deutschland und Frankreich sowie über ihre laufenden Arbeiten. Ein zweites Treffen fand am 25./26. Mai 2010 in Karlsruhe statt. Das dritte Treffen findet Anfang Mai 2011 in Cherbourg statt.

Des Weiteren fand im Mai 2009 ein erstes Treffen mit der schweizerischen Eidgenössischen Kommission für Nukleare Sicherheit (KNS) in Braunschweig statt. Nach Berichten über die jeweiligen Aufgaben, Arbeitsweisen und bisherigen Beratungsergebnisse erfolgte ein Informations- und Erfahrungsaustausch über aktuelle Beratungsthemen. An die Sitzung schlossen sich eine Besichtigung der Infostelle Konrad und eine Befahrung des Schacht Konrads an. Die Sitzungen sollen regelmäßig fortgeführt werden.

Im Übrigen nimmt der Vorsitzende der ESK an den Beratungen der „Chairs of National Advisory Bodies to Government (ABG)“ teil, zu denen die OECD/NEA regelmäßig die Vorsitzenden von Beratungsgremien verschiedener Staaten einlädt, die sich mit der Endlagerung radioaktiver Stoffe befassen. Vertreten sind hier bislang Schweden, Großbritannien, Frankreich, Schweiz, Deutschland, USA und Japan. Das letzte Treffen fand im Mai 2010 in Stockholm statt.


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