Aktuelle Beratungsthemen

Für 2012 sind die Beratungsschwerpunkte wie folgt:


Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung wärmeentwickelnder radioaktiver Abfälle

Auch im Nachgang zur ESK-Stellungnahme zum Entwurf des BMU für Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung wärmeentwickelnder radioaktiver Abfälle vom 29.01.2009 und im Nachgang zur Veröffentlichung der Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung wärmeentwickelnder radioaktiver Abfälle vom 30.09.2010 durch das BMU berät der ESK-Ausschuss EL über Themen und Fragestellungen, die diese Sicherheitsanforderungen betreffen.

Zum einen erarbeitet der Ausschuss Leitlinien zur Konkretisierung der Sicherheitsanforderungen. Dies sind eine Leitlinie zum menschlichen Eindringen in ein Endlager,eine Leitlinie zur Einordnung von Entwicklungen in Wahrscheinlichkeitsklassen und eine Leitlinie zur Bemessung des einschlusswirksamen Gebirgsbereich. Eine Leitlinie zum sicheren Betrieb des Endlagers einschließlich Störfallbeherrschung soll zukünftig in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des Ausschusses AZ erarbeitet werden.

Zum anderen befasst sich der Ausschuss EL – unterstützt durch Vertreter der SSK – mit der vereinfachten radiologischen Langzeitaussage gemäß Kapitel 7.2.2 in den o. g. Sicherheitsanforderungen. Der vereinfachten radiologischen Nachweisführung liegt ein fiktiver Ansatz zugrunde: Sämtliche jährlich am Rand des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs (ewG) austretenden Radionuklide werden einem fiktiven Brunnen zugeführt, aus dem eine Referenzgruppe von 10 Personen ihren gesamten Wasserbedarf (Tränken, Beregnen, Trinken) deckt.

Der Ausschuss befasst sich mit der Konservativität dieses abstrakten Modells, dessen Handhabbarkeit, dessen Bedeutung für die Anforderungen an den ewG (z. B. Geringfügigkeit von Freisetzungen aus dem ewG bzw. Integrität des ewG) und dessen Verhältnis zum ausführlichen radiologischen Langzeitsicherheitsnachweis, bei dem auch die Sicherheitsfunktionen des Neben- und Deckgebirges berücksichtigt werden.


Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM):

Auf Wunsch des BMU hat sich der Ausschuss bereits seit 2009 mit der Stilllegung des ERAM befasst. Er wurde vom BfS über das beantragte Stilllegungskonzept und den darauf aufbauenden Langzeitsicherheitsnachweis informiert und hat seine diesbezüglichen Fragen zusammengestellt, die anschließend im Rahmen einer Befahrung des ERAM vom BfS beantwortet wurden. Der Ausschuss hat sich über das Planfeststellungsverfahren und die vom BfS eingebrachten Verfahrensunterlagen informiert und sich vorbereitend mit anzuwendenden Bewertungskriterien befasst. Mit Schreiben vom 16.12.2011 liegt dem Ausschuss ein schriftlicher Beratungsauftrag des BMU vor. Zur Erarbeitung eines Stellungnahme-Entwurfs hat der Ausschuss eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe eingerichtet.


Schachtanlage Asse II und Endlager Schacht Konrad:

Der ESK-Ausschuss EL informiert sich regelmäßig über neue Befunde, Ergebnisse, Lösungsansätze und das weitere Vorgehen in der Schachtanlage Asse II bzw. über die Fortschritte bei der Errichtung und Inbetriebnahme des Endlagers Schacht Konrad.


Forschungsaktivitäten und Förderkonzepte in Deutschland auf dem Gebiet der Endlagerung:

Mit Schreiben vom 25.07.2011 hat die ESK einen Beratungsauftrag des BMU zum Forschungsbedarf für die Erkundung Gorleben und eine weitere Standortsuche erhalten. Die ESK hat sich daraufhin über das Erkundungs- und Untersuchungsprogramm Gorleben, über F&E-Bedarf bei der vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben (VSG), über das Forschungsprogramm des BfS, über Forschungsaktivitäten der BGR zu alternativen Wirtsgesteinen sowie über nationale und internationale Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Endlagerung informiert.

Zwischenzeitlich hat die dritte Frage im Beratungsauftrag an Bedeutung gewonnen, denn es ist absehbar, dass alternative Standorte auf ihre Eignung als Endlager erkundet werden sollen. Sie lautet: - Welche Forschungsvorhaben müssen aus heutiger Sicht initiiert werden, damit zukünftig alternative Wirtsgesteine effizient identifiziert und im Hinblick auf ihre Eignung als Endlagermedium erkundet, bewertet und verglichen werden können.

Die ESK hat zur Vorbereitung einer Stellungnahme eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe eingerichtet.


(C) 2010 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken